Heligonia

 

Fürstentum Drachenhain

Hauptstadt: Jolbruck
Herrscher: Fürst Leomar von Drachenhain 
Wappen: seit 27 n.A.III das alte „Halmarwappen“, 
feuerspeiender, goldener Drache auf schwarzem Grund
Wahlspruch des Hauses Drachenhain: „Mit Sporn und Schneid!“

Im Herzen Heligonias liegt, gleich einem Kinde eingebettet im Arm der Mutter, zwischen den Flüssen Brazach und Jolborn ganzhaft und unerschütterlich das Fürstentum Drachenhain.
Im Norden ist das wehrhafte Herzogtum Ostarien, im Süden das wohlfeile Fürstentum Thal Nachbar. Der Westen des Landes, wo der Brazach in einem breiten Delta dampfend in den Jolborn mündet, grenzen im Nebel die Reiche des zersplitterten Königreichs Dracconia, beispielsweise das Herzogtum Nurian, an. Überdies befindet sich inmitten Drachenhains nahezu unzugänglich, da in einem verborgenen Tal im Hochland gelegen, das streitbare Fürstentum Angaheym.
Durch Halmarsland schlängeln sich die Obere und Untere Zwiewasser, deren Zuflüsse aus dem Hochland kommend nördlich der Drachentrutz in einem sichelförmigen Gewässer, dem Mondsee, zusammenfließt. Zwei Abflüsse bilden zum einen die Grenze zwischen Gaeltacht und Jolbenstein und außerdem zwischen den Baronien Rebenhain und Jolbenstein, bis die Zwiewasser letztlich in den Jolborn mündet. Der östliche Arm durchströmt auf einer kurzen Strecke Wolfenfeld, dann die Antrutzen und Sengenberg, wonach er sich dann bei Triburk in den Brazach ergießt.
 
 

Regierungssitz

Auf dem Hortberg, inmitten des Landes erbaute Halmar Drachenprinz vor nahezu 500 Jahren die Feste Drachenzahn. Von dort aus regierten die Grafen, bis im Jahre 16 n.A.III gewaltige Unwetter Drachenhain heimsuchten. Dabei wurde bei einem heftigen Sturmgewitter die Feste Drachenzahn vom Blitz getroffen und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Fürst Leomars Vater Waldemar baute in den darauffolgenden Jahren die Wohnburg wieder auf und gab ihr und der großen Anlage, die sich in der Zeit um den Herrschaftssitz herum gebildet hatte, den Namen „Feste Drachentrutz“.
 

Herrschaftsform

Drachenhain ist in zwölf Lehen unterteilt. Die dort herrschenden Vasallen sind dem Fürsten im Range eines Barons oder Abtes lehnspflichtig. Zusätzlich unterstützen die Halter der Hohen Ämter den Fürsten gemäß ihrer Aufgaben.
Seit 27 n.A.III ist Drachenhain Fürstentum, zuvor war es eine Grafschaft gewesen.
 

Die Lehen

Gemeinhin werden die Baronien aufgrund ihrer kulturellen und landschaftlichen Lage in Hoch- und Tiefland unterschieden.
Die Baronien Gaeltacht, Flaitney und Luchnar sind die Heimat der Hochlandbewohner, deren kultureller, wirtschaftlicher und politischer Mittelpunkt die Stadt Tairngire ist. Das Hochland verfügt über ein in Heligonia einmaliges Herrschaftssystem: Jeder Familienclan hat einen Abgesandten, der die Interessen des Clans vor dem jeweiligen Baron vertritt. Jeder Baron der Hochland-Baronien ruft in regelmäßigen Abständen die Clan-Obersten zusammen und lenkt gemeinsam mit ihnen die Geschicke des Landes. In alten Zeiten führten die Grafen von Drachenhain und die Clans des Hochlandes Krieg, den letzten Endes Drachenhain für sich entscheiden konnte. Inzwischen haben sich die Hochländer mit der Herrschaft derer von Drachenhain abgefunden - manche zählen die Drachentrutz ob des gleichen Höhenniveaus spaßhaft zum Hochland hinzu.
Die im sogenannten Tiefland befindlichen Baronien sind Wolfenfeld, Rebenhain, Jolbenstein, Tatzelfels, die Antrutzen, Lindfurt, die Sichelmark, die Abtei Sankt Aluin und die Ballei Sengenberg.
Bei einigen der Lehnsnehmer hat die Familie das Baronsamt schon seit mehreren Generationen inne und vererbt diese Vasallenschaft an den geeignetesten Nachfahren weiter. Jedem Baron ist es gestattet, sein Lehen nach eigenem Gutdünken an Vogte, Ritter oder dergleichen zu verteilen - ganz nach dem Prinzip des teilbaren Heliosbriefes.
 

Die Herrscherfamilie

Fürst Leomar wurde im 1. Saarkamond des Jahres 32 n.A.III nach dem ungeklärten Verschwinden seines Vaters Waldemar in Escandra zum Landesherrn erhoben. Der Fürst wird eine Lebensehe mit Baronin Leabell von Tlamana eingehen. Ihr gemeinsamer Sohn Prinz Halmar Arwell erblickte im III. Xurl 32 n.A.III das Licht der Welt.
Leomars Mutter Richiles verstarb im Jahre 13 n.A.III. Sie war Schwester des inzwischen ebenfalls verschiedenen Herzogs Uriel II. von Ostarien. Richiles gebar vor Leomar noch ein weiteres Kind, die Erstgeborene Prinzessin Syria Jaldis, Baronin von Tatzelfels.
Waldemars Frau zog neben den Eigenen auch noch eine Reihe anderer Kinder auf. Als erstes ist Josephina von Drachenhain zu nennen, einziges Kind von Waldemars einzigem Bruder Wunjo, der bei einem Jagdunfall zu Tode kam. Da Josephinas Mutter schon früher verstorben war, nahm Richiles das Kind an ihren Hof. Seit ihrer Volljährigkeit regiert Josephina das Erbe ihres Vaters: die Baronie Wolfenfeld. Außerdem ist sie eine Hochgeweihte des Xurl.
Zum Kreis der „Drachenhainer Kinder“ gehörte auch Angharad Elanor, die aufgrund der unrechtmäßigen Machtübernahme im Lande ihrer Väter, der ostarischen Baronie Emarania, durch die ketzerischen Helioceriden ihre Kindheit und Jugend im Drachenhainer Exil verbringen musste. Ihr Vater Baron Winfried von Emarania war ein enger Freund Waldemars gewesen. Die spätere Baronin von Emarania verstarb während einer Fehde mit Baron Krator von Rebenhain in einem Scharmützel. Richiles zog an Kindesstatt außerdem die Waise Wolfram auf, der alsbald den klerikalen Weg einschlug und in seinem Aufstieg erst Drachenhain, dann Heligonia den Rücken zukehrte und vor einigen Jahren im Ausland als bekannter Kirchenmann verstarb. Zur Familie gehörten außerdem der ehemalige Baron von Arnach, Bertrand und sein Bruder Maurice, deren verstorbene Mutter Annabell von Drachenhain Schwester des Fürsten Waldemar gewesen war. Beide Brüder gelten als verschollen, sie waren als Tüftler und obskure Wissenschaftler bekannt, keiner weiß was mit ihnen geschehen ist...
 

Heerwesen

Die Feste Drachentrutz ist eine gewaltige Festungsanlage. Auf halber Anhöhe zum Hochland liegt sie strategisch so günstig, dass sie auch mit wenig Mann zu verteidigen ist. Im Falle eines Krieges wird der Heerbann ausgesprochen, wonach die Barone des Landes verpflichtet sind, mit ihren Soldaten dem Fürsten bzw. seinem Schwertführer im Felde beiseite zu stehen.
In der Hauptstadt Jolbruck sorgt zudem ein gut ausgebildetes Heer für einen reibungslosen Handel und die Sicherheit auf den Handelsstraßen entlang des Jolborn.
 

Die Hohen Ämter

Die Inhaber der folgenden Dienstämter haben die Aufgabe dem Fürsten in ihrer Zuständigkeit mit Rat und Tat zur Seite stehen. Jedes Amt besitzt seine spezielle Insignie, woran der Inhaber stets und für jedermann zu erkennen ist:

o Der Drachenhainer Schwertführer (Insig: Drachenhainer Schwert), Ritter Samuel von Turlach, ist im Kriegsfalle die Rechte Hand des Fürsten und nach ihm oberster Befehlshaber.
o Dem Kanzler (Insig: Schwurstab) obliegt die Aufgabe, Auge, Ohr und Mund des Fürsten innerhalb Drachenhains zu sein: Giselher von Mühlenheim
o Marschall, Seeherr (Insig: Amtskette mit Bergkristall), Josephina von Drachenhain, Baronin von Wolfenfeld. Der Inhaber dieses Amtes kontrolliert in Friedenszeiten die Güte und die Bereitschaft der Heere und ist außerdem für die Drachenhainer Schifffahrt zuständig.
o Der Botschafter (Insig: Amtsring), Koldewaiht von Hautzensteyn, Baron von Luchnar, soll das Wort des Fürsten über die Grenzen des Fürstentums hinaustragen und darf dort für ihn sprechen.
o Truchsess der Hauptstadt Jolbruck (Insig: Schlüssel der Stadt), Baronin Karelia Jefferindell von Jolbenstein. Dies Amt soll gewährleisten, dass die Capitale, trotz weitgehender Absenz des Fürsten, wohl verwaltet wird.

Gesetzgebung

Die Herren von Drachenhain sind seit jeher dem König loyale Untertanen. Die Königliche Halsgerichtsordnung wird daher sehr genau beachtet und stets im Sinne des Königs angewandt. Zu den Aufgaben des Kanzlers von Drachenhain gehört unter anderem gerade hierauf ein waches Auge zu haben und den Fürsten in rechtlichen Belangen zu beraten und gegebenenfalls zu vertreten.
 

Wirtschaft

Auf den Ebenen des ansonsten kargen Hochlandes weiden riesige Schafherden. Diese bilden den Reichtum der Hochlandbewohner. Neben Wolle und Fleisch liefern sie den bekannten Hochlandkäse. Sämtliche Schaferzeugnisse werden allwöchentlich in Tairngire zum großen Blögg-Markt gebracht. Riesige Menschen- und Schafherden versammeln sich in den Markthallen. Nach einem guten Geschäft sitzen die Hochländer noch gerne etwas in der Taverne bei einem guten Ale zusammen.
Im Tiefland betreibt man unterschiedlich erfolgreich Ackerbau und Viehzucht. Baronien, die an Brazach oder Jolborn grenzen, betreiben teilweise regen Binnenhandel. Abgesehen davon fertigen die Baronien separat verschiedenste Produkte von hoher Qualität. Beispielsweise liefern die Weinberge der Baronie Rebenhain das von Helios verwöhnte "Rebenhainer Traubenblut".
Schlimme Unwetter und die verschiedenen Konflikte der letzten Jahre haben ihre fatalen Spuren hinterlassen. Das Land ist zwar durchaus fruchtbar, doch werden sich große Überschüsse voraussichtlich erst nach einigen Jahren anhaltenden Friedens erwirtschaften lassen. Wirklich Hunger leiden müssen im Grunde nur die Ärmsten der Armen, wobei die Tafel der einfachen Bauern alles andere als reich gedeckt ist. Einige schlechte Ernten und zwei bis drei kalte Winter würden sicherlich katastrophale Auswirkungen nach sich ziehen.
 

Religion

Die Bewohner des Hochlandes gehören seit Menschengedenken dem Ogedentum an und ließen sich bislang auch nicht davon abbringen, die alten Traditionen zu pflegen. Zahlreiche heilige Schreine, Quellen und Bäume sind den Vieren geweiht. Die Druids und Ogedengeweihten nehmen großen Einfluss auf den Alltag der Hochlandbevölkerung. Alle Bemühungen der ceridischen Kirche, hier Fuß zu fassen, wurden bereits im Keim erstickt. Einzig in Gaeltacht, dem ehemaligen Tagil, sind neuerdings ceridische Choräle zu vernehmen, da der frühere Baron des Landes Richard Godfrey von Streitberg zwar von altem Hochländerblute war, jedoch erklärtermaßen an den Einen glaubte.
Anders jedoch verhält sich dies in einigen der Tieflandbaronien. Da der vormalige und langjährige Fürst des Landes Waldemar in jungen Jahren selbst dem ceridischen Glauben beigetreten war, unterstützte er das Ceridentum mit großem Eifer. Die Gründung mehrerer Abteien und einer Ballei ist auf dieses Bestreben zurückzuführen.. Dennoch blieb der Anteil der ogedischen und ceridischen Lehnsnehmer im Fürstentum immer in etwa gleich. Mehr als einmal hatte diese einseitige Regsamkeit des inzwischen Verschollenen Anlass für Streit gegeben, was letztendlich im großen Bruch zwischen Waldemar und seinen ogedischen Vasallen gipfelte.
 

Tierwelt

Die vorherrschenden Tierarten des Hochlandes sind Schafe und Ziegen. Der einzige natürliche Feind ist der gefürchtete Bergwolf. Er stellt eine ständige Gefahr für die Herden und die Bevölkerung des Hochlandes dar. Der hat aber ein schönes, dichtes, graubraunes Fell, weswegen ihm die Menschen mit Fallen nachstellen. Der Wolfspelz ist mancherorts ein typischer Bestandteil der Hochlandkleidung.
Einzigartig in Heligonia ist die Tatzelfelser Met-Biene. Das fleißige Insekt sammelt auf den ansonsten nutzlosen Wiesen und Heideflächen in Tatzelfels Nektar. Der Honig wird von den Imkern geerntet und nach geheimen Rezepten zum beliebten Met verarbeitet.
In den Auen der Brazachdelta-Anrainer wie Jolbenstein und Lindfurt lebt der Lunsch-Blutegel. Die Heiler sammeln dieses für die Medizin so wertvolle Tier, indem sie mit nackten Füßen im Altwasser des Brazach waten und die Egel hernach abtrennen und in Gläsern aufbewahren. Jeder Medicus in Heligonia sollte über mehrere Lunsch-Blutegel verfügen, die vortrefflich zur Heilung allerhand Krankheiten eingesetzt werden können.